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Walter Lechner

Walter Lechner Racing Porsche Supercup

“JB” Simmenauer – Debüt im Porsche Mobil 1 Supercup für den Lechner-Youngster

Vor dem vierten Lauf zum Porsche Mobil 1 Supercup 2018 in Silverstone gibt es keinen besseren Beweis für die extreme Spannung in diesem Jahr als einen kurzen Blick auf die Statistik: Drei verschiedene Sieger in den bisherigen drei Rennen, sieben Fahrer, die die neun Podiumsplätze unter sich aufteilten – und der Titelverteidiger Michael Ammermüller von BWT Lechner Racing mit nur noch einem Punkt Vorsprung vor Dylan Pereira von MOMO Megatron Lechner Racing an der Tabellenspitze: Enger geht es kaum noch...

Nach zwei Testtagen in Silverstone kommen die drei Lechner Racing Teams gut vorbereitet in die „Heimat des britischen Motorsports“ und möchten hier weiterhin ihre gute Form beweisen. Thomas Preining von BWT Lechner Racing, letzte Woche Sieger auf dem Red Bull Ring und auch in zwei der vier Testsessions hier in Silverstone Schnellster, will seine Top-Form der letzten Wochen erneut bestätigen, für seinen Teamkollegen Ammermüller geht es darum, die Meisterschaftsführung zu verteidigen.  MOMO Megatron Lechner Pilot Josh Webster hofft darauf, bei seinem Heimrennen mehr Glück zu haben als vor einer Woche in Österreich und strebt seinen ersten Podiumsplatz in dieser Saison an.

Im Rampenlicht stehen wird auch der Youngster Jean-Baptiste Simmenauer, der hier seinen ersten und einzigen Supercup-Auftritt in dieser Saison haben wird – als Gaststarter für MOMO Megatron Lechner Racing. Der erst 17-Jährige ist auch der jüngste Fahrer überhaupt im deutschen Porsche Carrera Cup,  beweist aber von Rennen zu Rennen mehr, dass die deutlich erfahrenere Konkurrenz ihn durchaus ernst nehmen muss. “JB”, wie er im Fahrerlager überall genannt wird, sieht zwar kaum älter aus als seine 17 Jahre, wenn man ihn in der Lechner-Box beobachtet. Doch hört man einmal zu, wenn er sich mit seinen Ingenieuren oder Teamkollegen unterhält, dann bekommt man den Eindruck eines schon sehr reifen jungen Mannes, der genau weiß, was er will – und was er dafür tun muss, um es auch zu erreichen.

Simmenauer kann auf eine sehr erfolgreiche Kart-Karriere zurückblicken. Deshalb waren viele Experten, einschließlich Ralf Schumacher, der ihn sehr hoch einschätzt, ziemlich überrascht, dass er nach einigen Schritten in der  Formel Renault 2.0 ziemlich schnell einen neuen Karriereweg einschlug und sich auf den GT-Sport konzentrierte. „Der Formel-Rennsport ist eine sehr teure Angelegenheit – und da wir nicht über die nötigen Sponsoren verfügten, hätte meine Familie mehr und mehr Geld investieren müssen.“ Und obwohl sein Vater als Besitzer nicht gerade weniger Fast-Food-Restaurants durchaus zu den Bessergestellten gehört, wollte „JB“ nie, dass er für ihn ein derartiges finanzielles Risiko einginge: „Die Chance, wirklich an die Spitze zu kommen, in die Formel 1, wo man dann Geld verdienen kann, anstatt nur welches zu investieren, ist sehr, sehr gering, selbst wenn man viel Talent hat. Da hängt auch so viel vom Glück ab, davon, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“

So hielt er nach einem sichereren Weg Ausschau – und fand ihn mit Porsche und Lechner Racing. Die größte Umstellung, mit der er fertig werden musste? „Die Sicht aus dem Auto – man sieht die Räder nicht. Das macht einen gewaltigen Unterschied.  Auch beim Bremsen – wenn man die Räder nicht sieht,, dann sieht man auch nicht, wenn sie mal blockieren.  Auf diese Dinge musste ich mich am Anfang erst einmal ganz gezielt konzentrieren. Aber es macht unglaublich Spaß, diese Autos zu fahren, die Power zu spüren, herauszufinden, was man mit ihnen alles anstellen kann.“

Nachdem er im Winter einige Rennen in der Porsche GT3 Challenge Middle East bestritt, dann die Testtage in Oschersleben vor dem Saisonbeginn des Porsche Carrera Cup Deutschland, inzwischen auch die beiden ersten Rennwochenenden im deutschen Cup und die zwei Supercup-Testtage in Silverstone hinter sich hat, fühlt er sich recht gut aufgestellt für seine Premiere in einer so anspruchsvollen Rennsport-Kategorie: „Walter und sein extrem erfahrenes Team haben mir dabei wirklich  sehr geholfen, aber natürlich lerne ich immer noch sehr viel dazu, in jeder Trainingssession, in jedem Rennen.“

Simmenauer fährt auch im französischen Porsche Carrera Cup, um so schnell wie möglich noch mehr Erfahrung sammeln zu können. Vergleicht er die beiden Serien, dann kommt er zu dem Ergebnis, „dass das Niveau an der Spitze ziemlich ähnlich ist, allerdings gibt es in Deutschland eine deutlich breitere Spitze. Das macht es schwieriger, Top-Positionen zu erreichen. Und hier im Supercup wird es natürlich noch einmal härter werden.“ Wieder einmal der jüngste Fahrer in einer Serie zu sein ist für ihn schon absolut normal: „Schon im Kart war ich immer der Jüngste in der Klasse. Am Anfang mögen es die anderen natürlich nicht, gegen einen Jüngeren zu verlieren – aber im Laufe der Zeit ist es dann nicht mehr so wichtig.“

Seine Ziele? Eine echte Profi-Karriere im Rennsport, vielleicht der Sprung in die höchste GT-Kategorie überhaupt, die WEC – zumindest in der ferneren Zukunft. „Dieses Jahr geht es erst einmal darum, zu lernen, so oft wie möglich unter die Top Ten zu fahren und im deutschen Carrera Cup so lange wie möglich noch um den Rookie Titel mitzukämpfen. Nächstes Jahr möchte ich dann schon so weit sein, um die Meisterschaft mitfahren zu können und vielleicht auch den kompletten Supercup für Lechner Racing zu bestreiten. Aber ich weiß, dass ich sehr hart arbeiten muss, um dahin zu kommen. Andererseits bin ich überzeugt, dass man sehr viel erreichen kann, wenn man  nur hart genug arbeitet.“


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